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OPC und das Distributed Component Object Model – DCOM

DCOM

DCOM, das Distributed Component Object Model von Microsoft ist ein objektorientiertes RPC-System, das den Fernaufruf von Funktionen ermöglicht (Remote Procedure Calls). Es wurde von Microsoft definiert, um COM-basierte Anwendungen über ein Netzwerk kommunizieren zu lassen.

OPC und DCOM

OPC setzt mit den Data Access, Alarms&Events und Historical Data Access Spezifikationen auf dem Distributed Component Object Model auf, das in allen Windows Betriebssystemen enthalten ist. Die beinahe "Allgegenwart" der Microsoft Plattformen auch in der Industrie ist sicherlich einer der Gründe für die rasante Verbreitung von OPC. Doch begrenzt DCOM somit den Einsatz der OPC Technologie auf Windows Betriebssysteme. Die Bereitstellung eines OPC Standards, der auch auf anderen Betriebssystemen eingesetzt werden kann, ist seit vielen Jahren eine Forderung der Industrie (Hersteller von ERP Systemen mit UNIX als Plattform oder Hersteller von embedded Systemen mit Echtzeitbetriebssystemen wie VxWorks, QNX u.a.) an die OPC Foundation.

OPC XML-DA und OPC UA basieren nicht mehr auf DCOM sondern wurden auf Basis einer Service orientierten Architektur (SOA) konzipiert.

DCOM Sicherheitseinstellungen

Der Aufruf von Funktionen auf entfernten Rechnern bzw. der Zugriff auf entfernte Komponenten wie z.B. OPC Server über DCOM wird über DCOM Sicherheitseinstellungen erlaubt oder unterbunden. Die Konfiguration der DCOM Sicherheitseinstellungen wird mit dem Dienstprogramm "DCOMCNFG.EXE" (das als DCOM Config bezeichnet wird) durchgeführt. Das Dienstprogramm DCOMCNFG.exe unterscheidet sich unter den verschiedenen Windows Betriebssystemen (95, NT, 2000, XP, ...) sehr deutlich.

Erfahrungen mit DCOM

Die Konfiguration der DCOM Sicherheitseinstellungen erfordert sehr viel Expertenwissen, führt aber trotz Erfahrung immer wieder zu Schwierigkeiten.

Bei sehr vielen Inbetriebnahmen von OPC Produkten treten Probleme mit den DCOM Einstellungen auf. Tausende Stunden von System Integratoren und Anlagenbetreibern gehen jährlich durch DCOM Probleme verloren. Sehr häufig werden DCOM Einstellungen gewählt, die den OPC Rechner komplett frei schalten und somit unautorisierten Zugriff von außen ermöglichen.

OPC und das Distributed Component Object Model - DCOM

OPC Tunneling

Als OPC Tunneling bezeichnet man eine Methode, um bei einer OPC Verbindung zwischen entfernten Rechnern sämtliche Hindernisse und Schwierigkeiten mit den DCOM Sicherheitseinstellungen zu vermeiden. Dazu wird auf beiden Rechnern ein OPC Tunnel installiert. Die Kommunikation zwischen OPC Client und OPC Server findet über eine TCP/IP Verbindung statt. Die Daten werden zwischen Client und Server-Anwendungen über TCP/IP völlig an DCOM vorbei "getunnelt", somit bleibt dem Anwender die zeitraubende Einstellung der DCOM-Parameter erspart.

Die OPC Kommunikation über den OPC Tunnel anstelle von DCOM ermöglicht eine robuste und leistungsfähige Kommunikationen zwischen vernetzten Rechnern sogar über Firewallgrenzen hinweg.